Meine Pforte

Wie so viele junge Menschen heute, wusste ich nach meinem Abitur nicht, „was ich werden sollte”. Trotz einer zweijährigen Berufsfindungsphase, hatte ich keine Ahnung, wohin der Weg gehen sollte. Um nicht noch mehr Zeit zu „vergeuden”, erlernte ich einen Beruf, der nicht meinen Neigungen und Fähigkeiten entsprach und das kostete mich mindestens 10 Jahre, die ich beruflich unmotiviert und mit dem Gefühl nicht gut zu sein verbrachte.
Ich dachte an Wochenenden und Urlaub.

Eine erste Wendung kam in mein Berufsleben, als man mich hinter meinem Computer hervorholte und zum Kunden schickte. Jetzt arbeitete ich mit Menschen statt mit Programmen. Ich flog in die USA zur Fortbildung und zur Unterstützung des Kunden, konzipierte Schulungen und trainierte Anwender in Deutschland, England und Belgien.
Ich blühte auf.

Ich wuchs mit meinen Aufgaben und wagte schließlich den Schritt in ein völlig anderes Terrain – den Ausbildungsbereich, dessen Leitung ich nach wenigen Jahren übernahm. Die intensive Auseinandersetzung mit Menschen, ob Auszubildenden, Mitarbeitern oder Kollegen, deren Förderung und die Lösung von Konflikten brachten für mich völlig neue Herausforderungen mit sich, denen ich mich erfolgreich und mit großer Freude stellte.
Ich war unglaublich motiviert.

Und ich hatte Spaß an meiner Arbeit. Bis sich eine massive Veränderung in dem Unternehmen, für das ich tätig war, abzeichnete. Ich brauchte eine ganze Weile bis ich begriff, dass ICH die Wahl hatte, ob ich diese Veränderung mittragen wollte. Ich wollte nicht.
Ich folgte meiner Berufung.

Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich den Schritt, meinen sicheren Job an den Nagel zu hängen, angstfrei gegangen bin. Aber kaum hatte ich die Entscheidung getroffen, wurde ich von einer Energie erfüllt, wie ich sie bisher nicht gekannt hatte. Voller Elan widmete ich mich einer beruflichen Neuorientierung und vom ersten Tag an kannte ich mein Ziel:
Ich werde Coach!

Heute weiß ich, dass mein Weg genau so sein musste, wie er war. Ich musste all diese Erfahrungen selbst machen, um Menschen in Veränderungsprozessen glaubhaft unterstützen zu können.
Ich hatte viele Türen geöffnet bis ich die verborgene Pforte erkannte, hinter der sich MEIN Weg auftat. Ich ging hindurch und befinde mich seitdem auf einer wunderbaren Entdeckungsreise.
Entdecken Sie die Pforte!

Pforte